Wissen anwenden!

Lernfortschritte und Erkenntnisse, die im Rahmen von Schulpartnerschaften erworben werden, sind manchmal auf den ersten Blick schwierig zu erkennen. Ein ungarisches Sprichwort besagt, dass Werte wie der Wind sind - wir können ihn nicht sehen, aber wir können spüren, dass er sich durch unser Leben bewegt. Ähnlich verhält es sich mit dem Lernen: nur in unserem Handeln ist der Lernerfolg erkennbar.

Ein Projekt bzw. eine Schulpartnerschaft ermöglichen es durch vielfältige Aktivitäten zu lernen: durch Emotionen, Erfahrungen, Gefühle und Wissen. Da diese jedoch nicht automatisch in einen Lernprozess übermittelt werden, ist ein Prozess der Reflexion, Konzeptualisierung und vor allem bewusstes Handeln, wie Kolb in seiner Theorie der "Erlebnispädagogik " beschreibt, wichtig. Dieser Ansatz ermöglicht es, die Welt in das Klassenzimmer zu bringen. Laut Kolb erfolgt Lernen, wenn der Lernende in der Lage ist, eine Veränderung in seiner Denkweise oder im Verhalten zu erkennen und die Erkenntnisse in die Tat umzusetzen.

Erlebnisse wie Reisen ins Ausland, der Austausch mit KollegInnen aus einem anderen Land oder die gemeinsam Arbeit an einem Projekt, bringen viele emotionale Momente mit sich, die oft überwältigend sind. Um diese Emotionen in einen Lernprozess verwandeln zu können ist es wichtig, sie zu erkennen und sie als gültige Zugkraft für das Lernen einzusetzen. Es ist bewiesen, dass Emotionen länger in Erinnerung bleiben als erworbenes Wissen.
Die gemeinsame Projektarbeit ermöglicht es, dass Lernen durch eine Vielzahl von verschiedenen „Intelligenzen“, die in der Schule oft wenig gefördert werden, ermöglicht wird. Howard Gardner identifizierte 8 „Intelligenzen“ und beschrieb, wie sie für das Lernen genutzt werden können. Howard Gardner versteht unter Intelligenz eine Anzahl von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, um Probleme lösen zu können oder um Schwierigkeiten in einem bestimmten kulturellen Umfeld überwinden zu können. Dazu gehört auch die Fähigkeit, (neue) Probleme zu erkennen und damit den Grundstein für den Erwerb von neuem Wissen zu legen. Die ersten acht publizierten Intelligenzen beschreibt Gardner wir folgt:

Sprachlich-linguistische Intelligenz (zur sprachlichen Intelligenz gehören die Sensibilität für die gesprochene und die geschriebene Sprache, die Fähigkeit, Sprachen zu lernen, und die Fähigkeit, Sprache zu bestimmten Zwecken zu gebrauchen.)

Logisch-mathematische Intelligenz (zur logisch-mathematischen Intelligenz gehört die Fähigkeit, Probleme logisch zu analysieren, mathematische Operationen durchzuführen und wissenschaftliche Fragen zu untersuchen)

Musikalisch-rhythmische Intelligenz (musikalische Intelligenz bedeutet die Begabung zum Musizieren, zum Komponieren und Sinn für die musikalischen Prinzipien)

Bildlich-räumliche Intelligenz (zur räumlichen Intelligenz gehört der theoretische und praktische Sinn einerseits für die Strukturen großer Räume, die zum Beispiel von Seeleuten und Piloten zu erfassen sind, andererseits aber auch für das Erfassen der enger begrenzten Raumfelder, die für Bildhauer, Chirurgen, Schachspieler, Ingenieure, Graphiker oder Architekten wichtig sind.)

Körperlich-kinästhetische Intelligenz (die körperlich-kinästhetische Intelligenz enthält das Potenzial, den Körper und einzelne Körperteile zur Problemlösung oder zur Gestaltung von Produkten einzusetzen. Vertreter dieser Intelligenz sind Tänzer, Schauspieler und Sportler.)

Naturalistische Intelligenz
Interpersonale Intelligenz (als interpersonale Intelligenz wurde die Fähigkeit bezeichnet, auch unausgesprochene Motive, Gefühle und Absichten anderer Menschen nachempfindend zu verstehen)

Intrapersonelle Intelligenz (Die intrapersonelle Intelligenz ist die Fähigkeit, die eigenen Gefühle, Stimmungen, Schwächen, Antriebe und Motive zu verstehen und zu beeinflussen.)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Theorie_der_multiplen_Intelligenzen (21.10.2013)

Die Möglichkeit mit den multiplen Intelligenzen umgehen zu können erleichtert den Lernprozess.
Erfahrungen, die in internationalen Projekten gemacht werden, tragen zur Förderung unterschiedlicher Intelligenzen bei. Sie ermöglichen es mehr Früchte zu ernten!!!