Empfehlungen und Tipps für nachhaltige Schulpartnerschaften

Die langjährige Kooperation mit LehrerInnen, die in internationalen Schulpartnerschaften aktiv sind, zeigt wesentliche Faktoren für erfolgreiche internationale Zusammenarbeit und nachhaltige Lerneffekte auf.

Das Interkulturelle Zentrum stellt 10 Empfehlungen für die Gestaltung qualitativer und nachhaltiger Schulpartnerschaften vor:

1 Verankerung der Schulpartnerschaft im schulischen Leben

Sind mehrere LehrerInnen verschiedener Fächer (am besten ein Kernteam) aktiv eingebunden, so kann die gesamte Schule von der Partnerschaft profitieren. Durch Aktivitäten und Maßnahmen in unterschiedlichen Schulklassen und Unterrichtsfächern wird die Schulpartnerschaft Teil des schulischen Lebens und somit unabhängig vom Engagement einzelner Lehrkräfte. Eine langfristige Zusammenarbeit wird ermöglicht.

2 Strukturelle Einbettung der Schulpartnerschaft in die Schule
Mit der Verankerung der Schulpartnerschaft im Schulprogramm bzw. Schulprofil bekennt sich die Schule öffentlich zur internationalen Schulkooperation bzw. zur internationalen Ausrichtung der schulischen Aktivitäten. Die Einbindung der Schulpartnerschaft ins Schulprogramm spiegelt die Bedeutung internationaler Erfahrungen von SchülerInnen und LehrerInnen wider und fördert die Integration der Schulpartnerschaft in Lehrpläne und Unterrichtspraxis.

3 Verankerung der Schulpartnerschaft im Schulumfeld
Schulen können vielfältige Maßnahmen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit umsetzen, die der Sichtbarkeit der internationalen Aktivitäten dienen (z.B. Zusammenarbeit mit Institutionen im Schulumfeld, Veranstaltungen, aktive Medienarbeit). Die öffentliche Präsenz fördert die Verankerung der Schulpartnerschaft im Schulumfeld, ermöglicht es, unterschiedliche Zielgruppen miteinzubinden und Synergien zu nutzen, fördert Kommunikation und Information und trägt zum Selbstbewusstsein der involvierten SchülerInnen bei.

4 Langfristige Zusammenarbeit
Partnerschaftliches Lernen braucht wechselseitiges Vertrauen, das sich nur langfristig entwickeln und vertiefen kann. Im Sinne der Nachhaltigkeit erfolgt die Zusammenarbeit der Schulen somit nicht punktuell, sondern der Austausch und die Kooperation sind geplant und finden zielgerichtet über einen längeren Zeitraum hinweg statt. Die Kontinuität der Schulpartnerschaft erlaubt darüber hinaus auch eine schrittweise Ausweitung auf weitere Partnerschulen (internationales Schulnetzwerk).

5 Thematische Zusammenarbeit der Partnerschulen

Im Mittelpunkt einer Schulpartnerschaft sollte die pädagogische Auseinandersetzung mit einem gemeinsamen Thema stehen. Das gemeinsame Arbeiten an ausgewählten Frage- und Themenstellungen ermöglicht spannende Lernprozesse in unterschiedlichen Bereichen: Kommunikation, Teamarbeit, Projektmanagement, im Umgang mit unterschiedlichen Erwartungen und Wahrnehmungen, der Bewältigung von Herausforderungen und dem Scheitern um daraus zu lernen.

6 Fächerübergreifende Kooperation
Eine internationale Schulpartnerschaft ermöglicht eine fächerübergreifende Zusammenarbeit zwischen LehrerInnen und SchülerInnen. Die Kooperation nützt den Ansatz des internationalen Projektunterrichts, durch den auch der Anschluss an bzw. die Integration in die jeweiligen nationalen Curricula sichergestellt wird. In beinahe jedem Unterrichtsfach ergeben sich mögliche Anknüpfungspunkte, um sich mit der Schulpartnerschaft, dem Partnerland und dem ausgewählten Projektthema auseinanderzusetzen. Globales Lernen wird ermöglicht.

7 Partizipation
Mitsprache und Mitverantwortung ermöglichen es, dass SchülerInnen „ownership“ an der Schulpartnerschaft erlangen können. In der Praxis bedeutet dies, dass LehrerInnen und SchülerInnen gemeinsam die Zusammenarbeit, die Projektaktivitäten und die Kommunikation mit der Partnerschule planen und gestalten. Dies wird ermöglicht durch gemeinsame Gespräche, eigenverantwortliche Arbeitsbereiche, gemeinsame Reflexion und Evaluierung sowie Lern- und Arbeitsmethoden, die Selbstständigkeit und Partizipation fördern.

8 Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Die Gestaltung einer Schulpartnerschaft sollte stets in gemeinsamer Absprache vereinbart werden, damit den spezifischen Bedürfnissen aller Beteiligten Rechnung getragen werden kann. Alle am Bildungsprozess Beteiligten, sollten an der Entwicklung des pädagogischen Konzepts mitwirken. Durch die Einbindung in alle wichtigen Entscheidungen entwickeln sich Identifikation mit den gemeinsamen Zielen und Motivation zur Zusammenarbeit

9 Globales und Interkulturelles Lernen als Querschnittsmaterie
Die internationale Zusammenarbeit, die gemeinsame Arbeit an themenspezifischen Projekten sowie interkulturelle Begegnungen ermöglichen Globales Lernen und fördern die Entwicklung interkultureller Kompetenzen aller Beteiligten. In der Unterrichtspraxis sollte sich Globales Lernen wie eine Querschnittsmaterie systematisch durch den Schulunterricht ziehen, denn Globales Lernen bedeutet, aus einer globalen Sichtweise heraus Themen und Fragestellungen des Schulunterrichts zu behandeln und in den Unterricht zu integrieren.

10 Lernen im Projekt
Sowohl SchülerInnen als auch PädagogInnen sollten sich als „Lernende“ verstehen, die Erfahrungen für Neues nutzen, sich neugierig Herausforderungen stellen und neuen Entwicklungen offen gegenüberstehen. Wichtig für den Lernerfolg sind auch regelmäßige Reflexion, Qualitätsentwicklung und eine Evaluierung der Projektaktivitäten, die es ermöglichen, bewährte Maßnahmen zu identifizieren, Aktivitäten bei Bedarf zu modifizieren oder Konsequenzen für die Weiterarbeit zu ziehen.

Nähere Informationen und praktische Beispiele von internationalen Schulpartnerschaften sind im HANDBUCH "Nachhaltigkeit macht Schule! Empfehlungen für erfolgreiche und qualitative Schulpartnerschaften weltweit" nachzulesen >>