Globale Schulpartnerschaften

Eine Lernpartnerschaft mit einer Schule in Afrika, Asien oder Lateinamerika bietet viele Chancen für einen konstruktiven und partnerschaftlichen Lernprozess und für die Umsetzung Globalen Lernens im Schulunterricht.

Schulpartnerschaften mit Schulen aus den Ländern des Süden sind ein wertvolles Instrument im Bereich des Globalen Lernens. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ermöglicht es, voneinander zu lernen, neue Denk- und Handlungsansätze zu entwickeln und den eigenen Horizont zu erweitern. Praxisbezogen und handlungsorientiert lernen SchülerInnen die Lebenssituation in den Ländern des globalen Südens kennen und tauschen sich auf gleicher Augenhöhe mit den ProjektpartnerInnen aus. Die SchülerInnen erhalten durch die globale Zusammenarbeit einen Einblick in den Schul- und Lebensalltag der PartnerschülerInnen, entwickeln interkulturelle Kompetenzen und betrachten die Welt aus verschiedenen Perspektiven.


Eine "Nord-Süd" Schulpartnerschaft kann:

 • das Verständnis globaler Zusammenhänge fördern,

• die sprachliche und interkulturelle Kompetenz der Lernenden erweitern,

• zu einem fächerübergreifenden Unterricht anregen und zu einer neuen Lernkultur ermutigen,

• die Entwicklung von Schlüsselkompetenzen ermöglichen und fördern,

• zu einem Perspektivenwechsel anregen,

• eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ermöglichen – weg von der Gebermentalität des Nordens zu einem partnerschaftlichen Miteinander.

  • durch persönliche Kontakte zum Abbau von Vorurteilen beitragen.


Das Besondere einer "Lernpartnerschaft" mit einer Schule im Süden ist, dass sie nicht im üblichen Rahmen des Nationalstaates stattfindet. Es geht nicht mehr so sehr darum, "über" etwas zu lernen, Informationen über das Alltagsleben im Süden zu vermitteln, globale Zusammenhänge in Politik, Wirtschaft und Ökologie zu erläutern, sondern es gelingt der Schritt zum gemeinsamen Lernen mit den PartnerInnen im Süden. Wenn der - zugegeben nicht einfache - Schritt zur Lernpartnerschaft nicht gelingt, degradiert Globales Lernen zum "Trockenschwimmen":


„Es (Globales Lernen) zielt auf die Qualifizierung zu weltweitem solidarischem Zusammenleben ab, doch es findet im "Medium" eines Nationalstaates statt. Auch die Veranstaltung interkultureller Feste und die Einbeziehung von SchülerInnen, die aus anderen Kulturkreisen stammen, kann an dieser Tatsache nichts ändern. Und auch die Gefahr, immer wieder in eine karitative Einstellung zu verfallen, ja diese als heimlichen Lehrplan zu vermitteln, ist bei allen Aktionen, bei denen SchülerInnen in Europa Geld für Projekte in "Entwicklungsländern" sammeln, sehr groß. Um hier eine neue Qualität zu erreichen, ist es nötig, Globales Lernen als globales Projekt anzugehen. Voraussetzung dafür ist es, die Menschen im Süden als Partner zu betrachten und die Bedingungen zu schaffen, dass diese auch als solche erlebt werden können. Nur eine gleichberechtigte und demokratische Bildungskooperation kann Globales Lernen zu einem positiven Programm machen." 1


Globales Lernen, im Rahmen einer Schulpartnerschaft, die sich als Lernpartnerschaft versteht, wird so zur Education for Global Citizenship, zum globalen Projekt.


Nähere Informationen zum Thema "Herausforderungen" von Nord-Süd-Schulpartnerschaften finden Sie hier: Globale Schulpartnerschaften – eine pädagogische Herausforderung  (pdf Dokument)



 


1 Wintersteiner, Werner: Erziehung zu globaler Verantwortung. Globales Lernen als neues Paradigma der Friedenspädagogik? In: ZEP 23. Jg. 2000/2