Interkulturelle Elternarbeit

Hinter der Idee interkultureller Elternarbeit steckt das respektvolle Bemühen, zwischen der Institution Schule und Eltern mit Migrationshintergrund Defizite abzubauen und Missverständnisse aufzuklären.

Über den Kindergarten und die Volksschule sind die Eltern noch leicht erreichbar, da es fast täglich Kontakt zwischen Eltern und PädagogInnen gibt. In dieser Zeit profitieren auch die Kinder noch am meisten davon.


In unserem Schulsystem ist die Mitarbeit der Eltern erwünscht. Für viele Eltern mit Migrationshintergrund stellt dies eine neue Herausforderung dar. Sind doch einige von ihnen aus eigener Erfahrung gewohnt, dass nur die Schule allein für den Lernerfolg verantwortlich. Somit kann der Eindruck entstehen, dass der Schule als Institution einerseits Respekt andererseits blindes Vertrauen, das wie Gleichgültigkeit ankommt, entgegen gebracht wird. Die Einstellung, dass die Kinder den PädagogInnen „überlassen“ werden und diesen sämtliche Rechte und Kompetenzen in Bezug auf Kindererziehung zuerkannt werden, kommt in der türkischen Redewendung „Eti senin kemigi benim“ zum Ausdruck. Dies bedeutet frei übersetzt: „Die Knochen gehören mir, das Fleisch überlasse ich dir.“ Verstärkt wird dieser Umstand auch dadurch, dass ein Teil der Erwachsenen nicht oder nicht vollständig alphabetisiert ist.
 

Durch die interkulturelle Elternarbeit in Form von beispielsweise Elterntrainings können niederschwellige Bildungsangebote an die Eltern vermittelt werden. Vor allem aber sollen sie einen wertschätzenden Umgang erleben dürfen. Scham und das Gefühl, das eigene Kind nicht gut genug unterstützen zu können, sind oft ein Hindernis für aktive Mitarbeit in der Schule und zu Hause. Den Eltern soll vermittelt werden können, dass sie eine wertvolle Ressource für ihr Kind sind, auch wenn sie Deutsch nicht perfekt beherrschen.