Ablauf eines Klassenaustausches bzw. einer Sprachwoche

Wie gestaltet sich ein Klassenaustausch oder eine Intensivsprachwoche in der Praxis? Wir haben für Sie eine Übersicht über die einzelnen Schritte zusammengestellt:

a) Vorbereitungsphase in Österreich
Der Gestaltung dieser Phase kommt enorme Bedeutung für das Gelingen der Sprachwoche bzw. des Klassenaustausches zu. Es empfiehlt sich eine enge Kooperation mit Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen herzustellen z.B. durch Gestaltung von Elternabenden. Diese Phase nimmt ca. 4-6 Wochen in Anspruch. Bereits in dieser Phase sollte die Selbsttätigkeit der SchülerInnen im Mittelpunkt stehen. So kann als Ausgangspunkt z.B.  eine von den SchülerInnen selbst erarbeitete Bedürfnisanalyse (brainstorming) stehen. Die SchülerInnen  sollen sich dabei selbst bewußt machen, welche Anforderungen auf sie zukommen werden und welche Situationen zu bewältigen sein werden. 

Auf Seiten des Lehrers steht in dieser arbeitsintensiven Phase die gesamte organisatorische Abwicklung im Vordergrund (Anreise, Absprache mit der Partnerschule oder Sprachinstitut, Visa, Einreisebestimmungen, genauer Ablaufplan etc.)


1. Auswahl des Projektthemas
Es ist wichtig, dass im Rahmen des Aufenthalts ein Projekt im Mittelpunkt steht, an dem bereits im Schulunterricht und schließlich direkt während des Auslandsaufenthaltes gearbeitet wird. Es ist wichtig, dass die SchülerInnen selbst das Thema auswählen können. Ein genauer Ablaufplan in Absprache mit der Partnerschule bzw. LehrerInnen am Kursort wird erstellt.


2. Kennenlernen des Kursortes
Für eine rasche Eingewöhnung in der neuen Umgebung ist es wichtig schon vorher über lokale Gegebenheiten Bescheid zu wissen. Materialien werden gesammelt und aufgearbeitet (Stadtpläne, Reiseführer, Zeitungen, Filme etc.).


3. Erstellen eines sprachlichen "survival guide"
SchülerInnen und LehrerInnen erstellen gemeinsam einen Katalog von Situationen, die sprachlich bewältigt werden sollen z.B. nach dem Weg fragen, einkaufen, telefonieren usw. Hier bieten sich Dialoge, Rollenspiele etc. zur Übung an.


4. Präsentation des eigenen Lebensraumes
Die SchülerInnen sollen sich darauf vorbereiten, Informationen über sich selbst, ihre Familien, ihre Schule, Österreich usw. zu vermitteln. Es ist z.B. möglich bei einem Abschlussabend in der Gastfamilie mitgebrachte Fotos, Filme, Collagen etc. zu präsentieren.

 

b) Ablauf am Kursort bzw. im Partnerland:
Die folgenden Teilbereiche sollen integriert werden:

1. Einander kennen lernen
2. Kennen lernen der Umgebung
3. Durchführung eines Projekts

Der Aufenthalt gliedert sich bestenfalls in gemeinsame Unterrichtseinheiten, Phasen zur Umsetzung des Projekts, gemeinsame Aktivitäten und den Aufenthalt in der Gastfamilie.  Das Programm sollte so aufgebaut werden, dass möglichst viele Kontakte zur einheimischen Bevölkerung aufgebaut werden können (Kontakte zu SchülerInnen, ReferentInnen; LehrerInnen etc.).
Der Unterrichtsbesuch sollte ca. 4 Stunden pro Tag dauern. Die restliche Zeit steht zur Durchführung des Projekts zur Verfügung (Interviews, Bibliothek, ReferentInnen, ...) bzw. für gemeinsame Aktivitäten zur Verfügung.


Projektarbeit:
Dem Alter und Können entsprechend wird die Projektarbeit gestaltet.

Mögliche Projektthemen: Schulbesuch, Umweltprobleme, Esskultur, Arbeits- und Berufswelt, Massenmedien; Jugendkultur etc.

Mögliche Aktivitäten:
- Interviews mit SchülerInnen, Gasteltern, Straßenpassanten, ReferentInnen etc.
- Recherche in Bibliotheken etc.
- Besuch von öffentlichen Einrichtungen
- Beobachtungen und Gespräche


c) Nachbereitung in Österreich

Auswertung der gesammelten Informationen (Statistiken, Tabellen, Fragebögen etc.), Präsentation und Dokumentation der Ergebnisse. Nach Möglichkeit können die Ergebnisse interessierten LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen vorgestellt werden (Ausstellung, Elternabend etc.).


Nähere Informationen (genaue Ablaufpläne, Arbeitsblätter in Englisch und Französisch, Beispiele von Intensivsprachwochen sowie Informationen über den rechtlichen Hintergrund) finden Sie in der Publikation
"Information zu Durchführung einer Intensivsprachwoche im Ausland", herausgegeben vom bmukk 2009.
Download der Broschüre (pdf)